Gestreift vom Gedankenblitzlicht

Schreiben heißt verarbeiten. Im Sinne sinnstiftender Selbsttherapie muss ich nun folgendes zum elektronischen Papier bringen.

Da passiert mal wieder jenes: Müde streiche ich zum Teighändler meines Vertrauens und zeige lustvoll auf eine Backware:

“Ich hätte gerne diese große Kokosmakrele.”

Natürlich schwappte eine wuchtige Welle Unverständnis über den Tresen. Wieder mal mit den Gedanken wo anders gewesen und in aller Öffentlichkeit erbrochen, ähm, versprochen. Wo hab ich bloß meinen Kopf schon wieder. So weit zum Tathergang.

Theorie: Zuviel Kaffee und zu wenig Schlaf sabotieren mein meditatives Achtsamkeitstraining. Schon wieder völlig durcheinander. Eintrag ins Tagebuch: Unbedingt mit Meister Rinpoche sprechen.

Das erinnert mich daran, wie ich als jovialer Jungspund immer Fruchtzwerge im Bauch hatte, wenn im TV “Ferien auf Sakrotan” lief, da gab es Mädchen …

Apropos Träumen: Da träume ich doch gestern Nacht, ich säße im bestuhlten Saal der Kasseler Stadthalle bei einem Auftritt von Helge Schneider. Hinter mir sitzt ein unlustiger Unsympath, der glaubt jede Gagzeile des Urgesteins wiederholen zu müssen.

Helge zu einem Statisten mit Perücke: “Na wie, gehts? Machst du morgen wieder Travestieshow? Schön. So wie unser Kanzler.” Zack Pointe.
Unsympathischer Geräuschproduzent im Nacken: “Haha, Travestieshow wie unser Kanzler.”

Im Traum machte er das als permanentes Echo bis in alle Ewigkeit. Bis die Bühne verschwand und ich die Realität nur noch durch ein Echo wahrnahm. Sozusagen als Schatten. Als Höhlengleichnis.

Apropos Schatten: Ein schöner Effekt, kombiniert mit einem anderen schönen Effekt ist mir doch neulich im Büro auf die Linse gehüpft: Schatten meets Wandgestaltung meets Fehlbelichtung. Das Bild hänge ich einfach mal an. Wo war ich eigentlich stehen geblieben? Und wo wollte ich hin? Da kommt mir doch diese Geschichte in den Sinn, als ich einmal aus Versehen Kokosmakrele gesagt habe, anstelle von …

 

Schreib! Schreib! Schreib!